Montag, 19. September 2011

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Offline Kaufen um zu Lesen
11.09.2011 bis 12.09.2012 



Man schreibt den 10. September 2011, aber es könnte auch der fünfte sein. Oder der 30. August. Oder einer von vielen, viiieeelen ähnlichen Tagen. Was sie alle gemeinsam haben? Es hat geregnet, und zwar Bücher ! Eigentlich also ein Grund zum Teich-Tanz, aber ein Artikel von Buechereule, auf den ich zufällig gestoßen bin, hat mich nachdenklich gestimmt: Thema Kaufverhalten. Ich bestelle zwar praktisch nicht bei Amazon, darf mich aber trotzdem angesprochen fühlen. Denn nahezu jedes meiner in den letzten Jahren unabhängig von Mängelwarekisten und Flohmärkten erbeuteten Schätzchen stammt aus den Weiten des Internets. Arvelle, Ebay, Rebuy und wie sie alle heißen: als Halbzeit-Schwabe sprang mich das Wort Sparen praktisch an und diesem Ruf bin ich gefolgt. Wieder und wieder und wieder. Aber warum eigentlich? Anfang dieses Jahres hatte ich einen SuB von knapp 150 Büchern. Es ist also weiß Teichgott nicht so, als ob ich nur durch "Möglichst viel für möglichst wenig" genug zu Lesen hätte. Vielmehr habe ich die meisten der Schnäppchen aus Lesezeitmangel nicht einmal mehr angefasst, seit sie im Regal stehen.

Und das ist lange nicht das Schlimmste.

Sucht Ebay mit mir unermüdlich nach den richtigen Ausgaben für meine teilweise etwas ungewöhnlichen Serienwünsche? Telefoniert Rebuy mit Menschen irgendwo im deutschen Nirgendwo, weil das versprochene Cover angeblich plötzlich nicht mehr vorhanden ist? Schaut Arvelle mich belustigt, aber auch irgendwie verständnisvoll an, wenn ich eine Tüte dankend ablehne und das Buch direkt in mein Buchfilz packe? Bei Amazon bin ich eine Nummer- beim Buchhändler meines Vertrauens (der eine Email und einen lachhaften Froschsprung entfernt ist) ein Leser, dem man Empfehlungen nicht nur wegen eines oft zufälligen Klickverhaltens mitgibt.

Deshalb mache ich es jetzt offiziell und schließe mich Buechereules Challenge an: ein Jahr lang Bücher ausschließlich offline kaufen! Ich bin und bleibe zwar arme Studentin und deshalb werde ich Mängelwareverkäufe der großen Ketten oder Flohmärkte nicht ausschließen. Aber soweit wie möglich, möchte ich Bücher nur in unabhängigen, stationären Buchhandlungen kaufen und das World Wide Web ist solange tabu, wie die Bücher offline erhältlich sind. Denn ganz unabhängig von der Unterstützung für den lokalen Buchhandel: ich vermisse sie, die guten alten Zeiten. Sich auf das eine neue Buch freuen und es dann auf dem Weg nach zu Hause gleich verschlingen zu können, das sollte Bücher kaufen sein. In diesem Sinne: ich werde berichten .


Kommentare:

  1. Also ich muss zugeben: ich finde das großartig! Mit allem was Du schreibst hast Du absolut recht und ich kann es nachvollziehen, dass der Schnäppchensinn etwas verloren geht, wenn man so viele Bücher hortet, dass man sie schon gar nicht mehr alle lesen kann. ^^ Den Buchhandel etwas mehr zu unterstützen finde ich klasse! :)

    Als primärer Englisch-Leser müsste ich für diese Challenge etwas mehr aufgeben. Englische Bücher im Buchhandel sind erfahrungsgemäß immer 3-4 EUR teurer als im Netz (keine Buchpreisbindung eben) und langfristig würde mich der lokale Buchhandel richtig Geld kosten. Andererseits wäre man wohl nicht so schnell dazu verleitet ständig irgendwo Bücher zu bestellen. Ich lasse mir das mal durch den Kopf gehen, denn eine Herausforderung wäre es allemal.

    Bin gespannt auf Deine Berichte und wie es so für Dich laufen wird! :)

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  2. Liebes Fröschlein,

    ich wünsch dir viel Erfolg und einen eisernen Willen. Es ist nicht immer einfach zu widerstehen, aber es klappt. Die vielen Schmökerstunden in Buchhandlungen und die lustigen Gespräche mit netten Buchhändlern sind wirklich Momente, die der DHL-Briefträger mir niemals ersetzen kann.

    Ganz liebe Grüße,
    Buechereule

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  3. @Steffie: Der Preis ist definitiv ein Argument, gerade bei englischen Büchern. Teilweise kann man da im Internet soo schön sparen! Wenn ich kein "kleines" *hust* SuB-Pölsterchen hätte, dann würde ich meine Regeln wahrscheinlich auch etwas abschwächen. Man findet das Geld ja nun als Student leider selten auf der Straße ;-) Aber vllt kannst du ja einen Kompromiss finden und vor dem Amazon-Kauf-Klick den Preisvergleich beim örtlichen Buchhändler machen? Die "Black Dagger" zum Beispiel schenken sich teilweise nichts, vllt hat man da noch bei mehr Büchern Glück?

    @Buechereule:
    Vielen Dank! Ich warte schon ganz kribbelig-aufgeregt auf den nächsten Besuch beim Buchhändler :D Im Moment wiegt die Vorfreude noch stärker als die Ebay-Entzugserscheinungen und ich hoffe sehr, dass das auch so bleiben wird.

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  4. So, ich habe heute mein erstes englisches Buch im lokalen Buchladen geordert. :)

    Das Positive: es ist morgen schon da! *juhu*

    Das Negative: Es hat mich jetzt geschlagene 3,- mehr gekostet, als ich hätte zahlen müssen (9,- statt 6,-) und zudem war die Verkäuferin nicht wirklich sympathisch. Sie schien schon fast eher genervt darüber, dass ich sie jetzt mit Arbeit überhäufe. o.O Ich tendiere daher schon fast dazu wohl doch lieber wieder online zu gehen... :-/

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  5. Bei uns in der Nähe gibt es einen Buchladen, der sich komplett auf ausländische Literatur spezialisiert hat. Vielleicht hast du auch einen in der Nähe? Zumindest die Buchhändler dort hätten dann Verständnis für deine Wünsche (:

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  6. @Steffie:
    Oh je, das klingt ja wirklich unschön :/ Dabei muss die Verkäuferin doch wissen, dass es für dich wesentlich billiger und einfacher wäre, online zu kaufen. Finde ich völlig unverständlich :-( Da kann ich es gut verstehen, dass du lieber online kaufst, wenn du keine Buchhandlung mit freundlicheren Angestellten findest.

    @Buechereule:
    Das hört sich ja toll an! In meinem Heimatdorf hat sich der Buchhändler sogar meinen Namen gemerkt, weil ich offenbar eine von (sehr) Wenigen bin, die gelegentlich Englisch liest ;-)

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