Sonntag, 16. Oktober 2011

[geQuakt] ► Neulich am Teichrand... #2



... oder die Frage, ob man nicht doch adoptiert wurde.



Ich habe ja immer geglaubt, die Tochter meines Vaters zu sein. Er liest gerne, zieht den Gartenstuhl dem Gewaltsmarsch über Stock und Stein vor und den letzten Beweis liefert die gemeinsame Froschschenkelform, die das Kaufen von Winterstiefeln zum Abenteuer macht. Verwandschaft also bestätigt- dachte ich zumindest. Inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher... Wie es dazu gekommen ist, dass ich die Storchgeschichte wieder in Betracht ziehe?
Wie dem ein oder anderen vielleicht schon aufgefallen ist, bin ich etwas eigen, was den Zustand von Büchern angeht. Ich bin die, die schreit (und zwar laut und mit angemessen unangenehm schriller Tonlage), wenn man sich an mein Bücherregal lehnt. Ich bin die, die das Haus nur mit Buchfilz verlässt und im Urlaub nur halb so viel Kleidung dabei hat, weil zu viel Platz für die in dicke Handtücher gewickelten Bücher benötigt wird.
Und dann das.
Mein Vater war auf einem Ausflug und hatte auf der Busfahrt "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek in wunderschöner gebundener Fassung dabei. Korrigiere: In ehemals wunderschöner gebundener Fassung. Zurückgebracht hat er einen angerissenen Schutzumschlag, ein zerfleddertes Lesebändchen und einen schiefen Buchrücken . Aber was hätte ich tun sollen, wenn man den Taschengeld-Faktor berücksichtigt? Also schweren Herzens die Froschzunge verknoten und sich jeglichen Kommentar sparen. Auch wenn es weh tut.


Kommentare:

  1. War es sein Exemplar oder deins?! D=
    Meine Familie kennt das schon von mir. ^^; Die denkt sich da nix bei - auch wenn's nicht um meine Bücher (direkt) geht. Mir hat jedes Mal das Herz geblutet, wenn meine Mum ein TB gelesen hat und das so verdreht hat (du weißt, vorderen Einband schön umgedreht...). INTERESSANTERWEISE hat das (zumindest dem einen) Buch nichts ausgemacht. o_O Kein Knick - nix.

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  2. @Ami Li Misaki:
    Ich habe das Buch leider (noch) nicht, hätte es aber mit Händen und Füßen verteidigt! Seit eine Freundin von mir mit einem meiner Schätze das gleiche gemacht hat, wie deine Mutter (sich dabei aber wesentlich ungeschickter angestellt hat -> völlig zerstörter Buchrücken) ist bei mir Feierabend mit Ausleihen.
    Aber trotzdem, da blutet mein Herz auch =(

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  3. Das klingt ja wirklich grausam. :-/ Ich denke da hätte ich auch nur schwer meinen Mund halten können. ^^

    Meiner Schwiegermutter habe ich heute ein Lesezeichen gekauft, weil sie mir erzählt hat, dass ihre sonstigen Lesezeichen aus Eselsohren (!) bestehen. Bei meinem Blick anschließend konnte sie nur lachen.

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  4. @Steffie:
    Ich denke meine Blicke haben Bände gesprochen ;-)
    Zeitungsschnippsel, Postkarten etc. okay- aber Eselsohren als Lesezeichen O_O? Hoffentlich nutzt sie dein Geschenk!

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