Freitag, 5. September 2014

[BuchBlubb] ► Lover At Last (J.R. Ward)



Liebe. 
Sehnsucht.
Mut?
♠Dt: Sohn der Dunkelheit & Seelenprinz
♠Verlag: Piatkus (2013)
♠Seiten: 620
♠Genre: Romantasy
♠Reihe: Black Dagger Brotherhood #11

Von seiner Familie verleugnet und von der Glymera gemieden hat Qhuinn, Sohn von Niemandem, in der Bruderschaft eine neue Familie und im Krieg gegen die Lessening Society eine neue Identität gefunden. Aber weder die zahlreichen erfolgreichen Kämpfe noch die Vorfreude auf die Geburt seiner Tochter mit der Chosen Layla können die Leere in Qhuinns Innerem füllen. Denn zu spät hat er erkannt, wem sein Herz wirklich gehört: Blay, der nach jahrelanger unerwiderter Liebe seine Sehnsucht nach Qhuinn scheinbar endgültig hinter sich gelassen und sein Glück mit Saxton gefunden hat. Das muss Qhuinn akzeptieren. Was er aber nicht ahnt: Blay spielt falsch und setzt damit alles auf eine Karte. Wird sein einst bester Freund endlich wahren Mut beweisen und mit seiner Vergangenheit abschließen, so dass sie vielleicht doch die Chance auf eine gemeinsame Zukunft bekommen? Da macht die Bruderschaft eine unfassbare Entdeckung...


1st: >> I stood in the moonlit courtyard of a Greek villa so old and enourmous it would've made me feel like Hera herself if I hadn't been so pissed. <<






Angeschwemmt... worden wäre das Buch schon 2013 bei Erscheinen, wenn ich nicht 10.000km vom heimischen Briefkasten entfernt gewesen wäre. Keine Frage also, dass "Lover at Last" auf die Geburtstags-Wunschliste musste. Schicksalshafterweise war es dann das einzige Buch, das bei meinem Buchhändler rechtzeitig lieferbar war. Yay! Wirklich unglaublich, dass ich mich einmal so sehr auf Shounen-Ai freuen würde...

Abgetaucht... bin ich aber tatsächlich mit unbeschreiblich großer Vorfreude! Die Geschichte um Blay und Quhinn wurde schließlich schon seit gefühlt immer aufgebaut und jede Szene mit den beiden hat bei mir Herzklopfen ausgelöst, wie zuletzt Bella und Zhadist oder John und Xhex! Frau Ward musste sich nach dem langen Warten einfach Mühe geben, oder? Naiv, Frau Frosch, sehr naiv. Mit dem elften Band erreicht die Schreibkunst der Autorin vielmehr einen neuen Tiefpunkt. Wann hat sie dieses Buch geschrieben? Nach der Party und vor der Kopfschmerztablette? Ich erwarte hier keinen Shakespeare, aber billig und platt macht nicht gleich lässig und cool. Man kann auch Sätze ohne F***, Sh** & Co. bilden und sogar Kleidung ohne Fäkalsprache beschreiben, danke! Was mich aber am meisten gestört hat, das war der atmosphärische Einheitsbrei. Ob Bruder X, Bruder Y oder eine ihrer Frauen, das hat für mich beim Lesen überhaupt keinen Unterschied gemacht, fluchen konnten sie schließlich alle. Wo, bitteschön, sind die Charaktereigenschaften hin? Wo ist der ganz eigene Charme verschiedener Personen? Unglaublich, wie wenig lieblos Frau Ward hier schreibtechnisch mit "ihrer" Familie umgeht!

Badegäste... waren so wenig ausgearbeitet, dass es mir beinahe körperliche Schmerzen bereitet hat. Mehr als ein Problemzettelchen auf der Stirn pro Person, auf dem man dann die nächsten 600 Seiten herumreiten konnte, war nämlich offenbar nicht einmal für die Hauptcharaktere drin. Gerade bei Quhinn und Blay hatte ich so viel erwartet und durfte stattdessen einer kaputten Schallplatte lauschen: immer das Gleiche, wieder und wieder (...) und wieder. Dabei hätte die Autorin mit Blay (unerwiderte Liebe, Helfersyndrom, Outcoming), Quhinn (Selbstzerstörungsmodus, posttraumatisches Stresssyndrom, Akzeptanzproblem) oder auch Xcor, Trez und anderen alle, alle Möglichkeiten gehabt! Aber irgendwo muss man eben Abstriche machen, wenn ein Dutzend (neuer) Nebenfiguren mehr Platz bekommen sollen, als die eigentlichen Helden des Buches. Klar, mit seiner Tochter in ihrem Bauch ist Layla nicht unbedeutend für Quhinn. Aber wenn sie mehr Raum zur (Nicht-)Entwicklung bekommt, als die Liebe seines Lebens, dann ist beim Setzen der Prioritäten eine ganze Menge schief gegangen.

Schwimmzüge... haben mich auch aus genau diesem Grund schwer enttäuscht. Ein Post reicht nicht aus, um aufzuzählen, was Frau Ward hier alles an sinnlosen Nebenplots angefangen hat. Aber außer Ideen für zukünftige Bücher jetzt schon wahllos in die Menge zu werfen, passiert nichts, das auch nur ansatzweise Sinn und Verstand erahnen lassen würde. Ich lese gerne über Sola und Assail und Trez und iAm und Layla und Xcor und Selena und wen auch immer- in ihren eigenen Büchern und nicht auf Kosten des Pärchens, wegen dem ich das Buch gekauft habe. Selbst wenn ich ignoriere, dass Quhinn und Blay storytechnisch nicht mehr als ein Possenspiel mit Saxton als Puffer bekommen haben, ist da nichts! Der Kampf gegen die Lessening Society dümpelt vor sich hin, die BoB scharren auch nur mit den Hufen und vom Schlammcatchen um den Thron will ich gar nicht erst anfangen. "Lover at Last" ist eine Ideensammlung, ein Skizzenbuch vielleicht, aber definitiv kein Teil meines lieb gewonnenen großen BdB-Ganzen und schon gar keine Liebesgeschichte!



Enttäuschung auf nahezu ganzer Linie. Ein paar schöne Szenen machen einen Voll-Flop auch nicht nennenswert besser.
Inhalt: ♥♥♥♥ || Atmosphäre: ♥♥♥♥♥ || Charaktere: ♥♥♥♥♥
Sprache: ♥♥♥♥♥ || Aufmachung: ♥♥♥♥♥
Lesespaß: ♥♥♥♥♥

05.09.2014

Kommentare:

  1. Oje, das klingt übel... Hoffentlich wird dein nächstes Buch besser!

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    1. Danke dir :)
      Vielleicht wäre es nicht ganz so übel gewesen, wenn meine Erwartungen nicht so hoch gewesen wären. Aber ich war einfach nur furchtbar enttäuscht. Das Nächste von Frau Ward wird also sicher besser, weil meine Hoffnungen nicht mehr vorhanden sind ;D

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