verlobt,
verliebt?
♠EN: The Perfect Match♠Verlag: Mira (2015)
♠Seiten: 448
♠Genre: Romantik
♠Reihe: Blue Heron #2
♠Reihe: Blue Heron #2
Wenn die biologische Uhr jeden Tag ein bisschen lauter tickt, dich deine jahrelange sporadische Affäre aber für deine beste Freundin sitzen lässt, dann kann es durchaus zu Kurzschlusshandlungen kommen. Oder wie sonst sollte Honor es sich erklären, dass sie in eine Scheinehe mit einem völlig Fremden eingewilligt hat? Einem völlig britischen Fremden mit eigenwilligem Humor, der noch dazu so gar nicht ihr Typ ist? Zugegeben, sein Akzent könnte auch die unanständigsten Träume wahr werden lassen. Aber er kann noch so verboten gut aussehen: Zweckbeziehung bleibt Zweckbeziehung. Oder?

1st: >> An dem Tag, als Honor Grace Holland 35 wurde, tat sie das, was sie an ihrem Geburtstag immer tat. <<
Angeschwemmt... wurde auch der zweite Band der Reihe um das Wein-Dörfchen "Blue Heron" von BloggDeinBuch. Ein recht herzliches Dankeschön deshalb an dieser Stelle auch an dern Mira-Verlag! Cover und Titel der deutschen Übersetzung finde ich zwar nach wie vor - gomen nasai - zum Fremdfroschschämen, aber wie war das mit dem geschenkten Gaul? So viel also zu einem "Die Reihe lese ich bestimmt nicht auf Deutsch weiter!"...
Abgetaucht... bin ich ungeachtet schiefer Blicke meiner Mit-Bahn-Menschen aber voller Vorfreude! Nach "Lieber für immer als lebenslänglich" war klar, hier lag Lieblings-Autor-Potential in der Luft! Oder auch nicht. Lag es an mir, der Autorin oder der neuen Übersetzerin, dass mir das Lesen weit, weit weniger Spaß gemacht hat? Versteht mich nicht falsch: die Geschichte ist amüsant, kurzweilig und stellenweise durchaus romantisch. Aber eben nicht mehr urkomisch, wie im Flug vergangen und von Amor geküsst. Nett zu lesen also, aber das gewisse Etwas hat gefehlt bzw. wurde von der Erzählerin schlicht weg in den Leseboden gestampft. Die innere Göttin einer gewissen grauphilen Studentin ist eine Sache, die inneren Eier einer 35jährigen in ihrer Midlife-Crisis etwas ganz anderes. Kurzum: Honors Humor war einfach nicht meiner und das macht es schwer, eine Geschichte zu mögen, die größtenteils von ihr erzählt wird. Wer Spaß an inneren Eier-Monologen parallel zu jeder romantischen Szene hat, der wird hieran sicher seine Freude haben. Aber für mich hat das jegliches Herzklopfen im Keim erstickt und ich habe mich lieber an den tollen Landschaftsbeschreibungen gefreut...
Abgetaucht... bin ich ungeachtet schiefer Blicke meiner Mit-Bahn-Menschen aber voller Vorfreude! Nach "Lieber für immer als lebenslänglich" war klar, hier lag Lieblings-Autor-Potential in der Luft! Oder auch nicht. Lag es an mir, der Autorin oder der neuen Übersetzerin, dass mir das Lesen weit, weit weniger Spaß gemacht hat? Versteht mich nicht falsch: die Geschichte ist amüsant, kurzweilig und stellenweise durchaus romantisch. Aber eben nicht mehr urkomisch, wie im Flug vergangen und von Amor geküsst. Nett zu lesen also, aber das gewisse Etwas hat gefehlt bzw. wurde von der Erzählerin schlicht weg in den Leseboden gestampft. Die innere Göttin einer gewissen grauphilen Studentin ist eine Sache, die inneren Eier einer 35jährigen in ihrer Midlife-Crisis etwas ganz anderes. Kurzum: Honors Humor war einfach nicht meiner und das macht es schwer, eine Geschichte zu mögen, die größtenteils von ihr erzählt wird. Wer Spaß an inneren Eier-Monologen parallel zu jeder romantischen Szene hat, der wird hieran sicher seine Freude haben. Aber für mich hat das jegliches Herzklopfen im Keim erstickt und ich habe mich lieber an den tollen Landschaftsbeschreibungen gefreut...
Badegäste... mochte ich eigentlich alle- bis auf die Protagonisten. Dazu muss ich sagen: ich liebe Listen, Textmarker und bequeme Schuhe in der Öffentlichkeit. Warum ich dann mit Honor solche Schwierigkeiten hatte? Weil die Autorin hier nicht wie im Vorgänger ein Klischee humorvoll auf die Schippe nimmt, sondern sie die biedere Karrierefrau ohne Sozialleben erbarmungslos ausleben lässt. Außerdem haben die stellenweise selten doofen Handlungen so wenig zur erfolgreichen Managerin gepasst, wie ihre Instantliebe zu den zwölf Jahren unglücklich-unerschütterlichem Verliebtsein dabor. Unstimmig und unlustig sind noch die nettesten Attribute, die mir hier einfallen. Und Tom? Wenn es nach Honor ginge, dann ist er sexy, gut aussehend, zum Küssen/Abschlecken/Ablecken/etc. Ähm, ja. Er hat ein paar helle (und sehr lustige) Momente, in denen ihr aus der Patsche hilft. Aber den größten Teil der Geschichte über gibt er erfolgreich den emotionalen Vollpfosten, dem das ja alles gar nichts bedeutet- und das auf äußerst unsympathische Art und Weise. Ich bin den Bad Boys solcher Geschichten eigentlich schon aus Prinzip verfallen und dass es hier nicht so war, sagt eigentlich alles. Einziger Lichtblick waren die Nebencharaktere. Diese Familie ist einfach ein toller Haufen und die Szenen mit ihnen sind klasse. So muss das sein und nicht mit Honor anders.
Schwimmzüge... hätten dann vielleicht ganz großes Kino werden können. Die Grundidee finde ich nämlich großartig. Die (wie auch immer und gerne über Visa-Probleme geartete) Scheinehe, die langsam, sicher und prickelnd zur wahren Liebe wird... Das ist nicht neu, aber immer wieder toll- falls gut gemacht. Falls. Die Autorin bietet zwar durchaus gute Unterhaltung und wirft von der misstrauischen Familie über einen launischen Sohn bis zum überraschenden Kontrollbesuch der Behörden einiges in den Ring. Aber gerade weil diese Geschichte schon so oft erzählt wurde, hatte ich mir mehr erhofft, als die guten alten Klassiker. Mehr Ideen und vor allem mehr emotionale Entwicklung. Annäherung, Vorfreude, Knistern? Selten. Und falls doch, dann nicht von Dauer. Klingt alles sehr subjektiv? Ist es auch. Wer eine nette Geschichte sucht und sich von Stolpersteinen nicht beeindrucken lässt, solange nur "Happily Ever After"-Garantie inbegriffen ist, der könnte hier durchaus seinen Spaß haben. Aber mich haben Honor, die Geschichte und vor allem Honors Geschichte maßlos enttäuscht.