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Sonntag, 17. Januar 2016

[geQuakt] ► Neulich am Teichran­d... #20



... oder die Küchenwaage, der Buchladen und ich.



Bevor sich die Ersten jetzt in froher, aber vielleicht nicht unbedingt grenzenloser Erwartung zurücklehnen: nein, dieser Post wird nicht wie all die anderen. Kein "Wie ich auszog, um Küchenartikel zu kaufen und mit einem Karton voller Bücher zurückkam.", sondern vielmehr das - wortwörtliche - Gegenteil. Finde den Fehler? Ihr sagt es! Dabei hatte alles schön frosch-typisch begonnen...

"Schatz, wir (Anm. der Teich-Redaktion: d.h. ich) brauchen eine neue Küchenwaage!"

Ungelogen, versteht sich! Backen mit einer definitiv nicht geeichten 500g-1€-Dekowaage macht keinen Spaß, das dürft ihr mir glauben. Also los die Leinen, auf Richtung Stadt und dann natürlich sämtliche Fachgeschäfte mit erhöhter Chance auf Küchenartikel links liegen lassen und die Buchläden abpaddeln ! Man hat schließlich zu wenig. Tja, was soll ich sagen? Es war, gelinde gesagt, ernüchternd. Zum einen ein Wunder, dass ich noch einen nennenswerten Bruchteil meines Augenlichtes besitze, so aggressiv wie alles glitzert, leuchtet, strahlt und sticht. Aber wir hatten ja auch schon Anfang November und frostige 20°C, da durfte es natürlich weihnachtlich zugehen. Zum anderen ein Wunder, wie wenig Bücher es gab. Und damit meine ich nicht meine Originalausgabe-mit-diesen-Abmessungen-jenem-Cover-und-solchen-Sonderwunsch-Exemplare. Neuerscheinungen abseits des Mainstreams, gängige aber eben ältere Lektüre- nichts . Und nein, ich mochte nicht die 400te Wanderhure, "Girl on Train" oder was sonst noch gerade gehypet wurde, herzlichen Dank.

In den Buchladen gehen, um ein Buch zu kaufen, und ohne etwas herauszukommen?!

Das. War. Das. Ende .

Ich stand so kurz vor dem Abrund, die blutigen Details erspare ich euch. Was mich schließlich erlöst hat - falls man denn von Rettung sprechen möchte - könnt ihr euch inzwischen vielleicht denken, oder? Denn da stand sie: die Küchenwaage. Und so zog ich aus, um eine Küchenwaage zu kaufen- und kehrte unter den ungläubigen Augen meines Freundes mit einer Küchenwaage zurück. Ich meine, ernsthaft, was stimmt nicht mit der (Buch-)Welt da draußen? Immerhin war ich für die Weihnachtsbäckerei gerüstet... ..


Sonntag, 12. April 2015

[geQuakt] ► Neulich am Teichran­d... #19



... oder danke, ich brauche kein Henkelkörbchen.



Alternativ auch "Warum (Buch-)Händler die besseren Bluthunde sind" oder "Wenn ich groß bin, dann werde ich Gabelstapler".  Dazu muss man sagen, das Amphib ist ein Gewohnheitsfrosch. Wenn ich mich nicht gerade bei Flohmärkten dumm und quappig kaufe oder Arvelle plündere, dann bin ich dem Buchhändler meines Vertrauens treu. Man kennt und fürchtet mich dort, begrüßt mich mit Namen und bekommt auch schon lange keine Angst mehr, wenn ich mir mal wieder Bücher aus Regalen greife, die meine Körpergröße locker verdoppeln. Ohne Leiter versteht sich. Denn andere schützen ihr Leben gegebenenfalls auch mit Büchern, ich verteidige Bücher mit meinem Leben. Kein Wunder also, dass es mich in den großen Anonymen immer wieder kalt erwischt.

"Entschuldigung, möchten Sie vielleicht ein Körbchen?"
Das ist ja aufmerksam! Ich habe zwar nur vier Bücher in der Hand und schiebe zwei prall gefüllte Einkaufstüten mit den Füßen von Regal zu Regal - also nichts, was sich nicht mit je zwei Armen und Froschschenkeln organisieren liese - aber nett, dass die Dame frägt!
"Nein danke, das geht so."

Falsche Antwort.
"Wirklich, das macht mir keine Umstände. Ich bringe Ihnen ein Henkelkörbchen. Dafür bin ich schließlich da."
Hm. Fragwürdige Selbsteinschätzung. Andererseits auch nicht verwunderlich in einer Jugendbuch-Abteilung, in der man Belitz buchstabieren muss. Inzwischen sind es auch mehr als vier Bücher, die von Weitem zugegeben entfernt an den schiefen Turm von Pisa erinnern mögen. Aber da haben wir schon in ganz anderen Größenordnungen balanciert und irgendwann muss sich das jahrelange Training ja auszahlen, oder?
"Nein, wirklich, kein Problem."
Man lernt ja schon aus Prinzip nicht dazu, oder?
"..." (Anm. der Teich-Redaktion: Verdunkelte Augen, zusammengekniffene Brauen, pochende Halsschlagader)
Glückwunsch, Frau Frosch, Sie haben den Rage-Modus der Verkäuferin aktiviert! Nichts wie weg hier! (...) Dort, die Krimi-Abteilung- duck dich! (...) Ja, gerettet!

"Mit Henkelkörbchen hätten Sie es doch viel leichter!"
Himmel und Teichhölle, kann diese Frau die Zeit und Raum außer Kraft setzen? Habe ich das Duschen vergessen? Und wie mache ich ihr klar, dass ich eher meine eigene Großmutter fallen lassen würde, als ein Buch? Und dass sie sich mal besser um die Joanne Harris Bücher mit Wasserschaden in ihrem Regal kümmern soll, anstatt wehrlose Kunden zu jagen? Ich meine, nichts gegen Körbchen! Ich liebe Körbchen. Wer mich einmal beim ME-Ausverkauf - eins links, eins rechts und am dritten zwischen den Zähnen arbeite ich noch - gesehen hat, der weiß das! Es ist ja auch wirklich nett, dass die Dame so besorgt um mich mein Wohlbefinden ist, aber...
"NEIN danke, ich brauche KEIN Henkelkörbchen! Ich bin auf dem Weg zur Kasse!"

Simsalabim!
"Sagen Sie das doch gleich!"
Sprach es und verschwand... Bitte was? Hört noch jemand außer mir die Seifenblase platzen? Sorge um ihre Kunden- pah! Wen interessiert der Mensch, wenn es um die Ware geht? Zugegeben, die wenigsten. Aber das kann man auch gekonnter kaschieren. 

Und die Moral der Geschichte?
Lieber Herr X,
Die kleinen Fillial-Sünden bestraft der liebe Büchergott zuerst und das nächste Mal kaufe ich wieder bei Ihnen, versprochen!
Ihr bestimmt-nie-wieder-abtrünniger-Frosch


Samstag, 21. Februar 2015

[geQuakt] ► 38 Tage und 38 Nächte



Böse Zungen behaupten, 100 Tage seien für den Frosch inzwischen eine Nummer zu groß. Böse Zungen haben Recht. Dabei können wir alles! Außer buchkauffrei. Aber nein, das Ganze hat zumindest nicht in erster Linie damit zu tun, dass es schwierig bis unmöglich bzw. schlicht weg nicht gewollt ist, zwischen all den Flohmärkten auch noch einen Termin für die nächste "Dampf dem SuB" zu finden. Vielmehr kam die Tage, alle Jahre wieder, die Frage auf, ob und wie denn nun gefastet wird in der Teichlandschaft. Hm...

"Kein Alkohol!"
Sicher lobenswert, aber in meinem Fall Cheating erster Klasse, da ich ohnehin recht wenig trinke.

"Keine Schokolade!"
Es darf gelacht werden...

(...)

"Keine Bücher!"
Aha, hm- bitte was?!! Mooo~oooment!!

Wer kommt denn auf so etwas? Keine Bücher? Die ganze Fastenzeit über? Das konnte doch nur ein Anfall geistiger Umnachtung sein! Zugegeben, der Vorschlag würde das Wort "V-e-r-z-i-c-h-t" ganz neu definieren und es wäre ja auch nicht so, als könnte ich die Zeit mit meinen ein oder zwei Büchern auf dem SuB nicht überbrücken...

Gedacht, gesagt, getan: 38 Tage und 38 Nächte!

Kein Buch kaufen.
Kein Buch stehlen.
Kein Buch zufällig am Straßenrand finden.

Jawohl!

Und wer jetzt mit der Fastenzeit bewandert ist, oder sich einfach nur an Ashton Kutcher erinnert und mich fragt, wo der Frosch denn die 40 gelassen hat- hm, tja, also... Schuldig im Sinne der Anklage: am 28ten März ist BT-Stammtisch und einen gegrillten Fegefeuer-Frosch 

Aaa~ber bis dahin !


Sonntag, 21. Dezember 2014

[geQuakt] ► Das Experiment oder in einem Rutsch, Dwarfy!



Die Welt hat auf "Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere" gewartet und der Frosch? Der wagt sein eigenes kleines Experiment mit dem kleinen Volk.

Äußerst gewagt...
Extrem gefährlich...
Seit Trudi Canavan nicht mehr dagewesen!
 
Die Rede ist davon, eine Reihe am Stück zu lesen. Mir nichts, dir nichts, einfach so! Keine Pause bis 2025, nicht "Und wenn sie nicht gestorben ist, dann fehlen ihr noch heute xyz Seiten bis zum Finale..." und erst recht ohne all die Ausreden, die meine Up2Date-Serien-Quote auf jämmerliche 17.6470% haben schrumpfen lassen. SuB-Sumpf nicht mitgezählt, versteht sich. Ich weiß gar nicht genau, wann es bei mir damit angefangen hat, dass ich Serien nicht nur schleifen lasse, sondern (un)bewusst nicht fortsetze, geschweige denn beende. Aber ich weiß, dass es absolut keinen Sinn macht. Die meisten meiner Dauer-SuBler suchte ich, liebe ich, herze ich- und lese ihre Nachfolger trotzdem nicht. Böse Zungen behaupten, ich hätte zu viele ungelesene Bücher, aber pah, denen werde ich es zeigen!

Die Reihe um Tungdil Goldhand macht jetzt also den Anfang, tschakka! Dass das rein gar nichts damit zu tun hat, dass mein Freund mir angedroht hat, erst wieder zu Buchgeschenken zu greifen, wenn die alten gelesen sind, versteht sich von selbst. Es wird einfach Zeit, dass ich beim Lesen eines Buches nicht darauf hoffen muss, dass der Autor mir ein paar Verständnis-Krumen hinwirft und vielleicht sogar noch in Erinnerung habe, wer den letzten Band überlebt hat. Keine Sorge, Herr Heitz, DAS vergesse ich bei Ihnen nicht. In diesem Sinne: Sind die Zwerge der Anfang von etwas ganz Großem? Werde ich meine Serien-Überschwemmung endlich eindämmen? Wir werden sehen


Donnerstag, 25. September 2014

[geQuakt] ► Ewig jung für 'n Appel und 'n Arvelle-Ei



Die anstehenden Aufgaben für die Uni türmen sich in schwindelerregender Höhe, mein Zimmer wird vom Staub regiert und von ausstehenden Rezensionen will ich gar nicht erst anfangen. Genau der richtige Zeitpunkt also, um mal wieder ein bisschen aus dem Teichkästchen zu plaudern. Vor einiger Zeit hatte ich euch von meinen Erfahrungen mit dem Online-ME-Händler Arvelle berichtet und großspurig erklärt, dass mein dritter bzw. vierter Beutezug noch auf sich warten ließe. Tja. Hm. Also... Hand aufs Froschherz, inzwischen bin ich nicht nur einmal schwach geworden. Aber das ist eine Geschichte, die bald und bebildert auf einem anderen Seerosenblatt geschrieben stehen wird.

Heute schnappe ich lieber nach dem neuesten Arvelle-Köder zum Thema "Kinder-&Jugendbücher", der eine - ehrliche - Liebeserklärung mit einem Gutschein belohnt. Blogger unter euch haben vielleicht auch eine Flaschenpost bekommen für alle, die "(...) glückliche Eltern seid und mitreden könnt, wenn es um Bücher für Eure Kinder geht (...)". Keine Sorge, ihr habt keine Kaulquappigen News verpasst. Es kann nur einen Frosch geben! Für amphibischen Teichnachwuchs bin ich mir noch zu jung, aber damit eben auch noch nicht alt genug, um nicht selbst noch jede Menge Badespaß in diesem Genre haben zu können. In diesem Sinne, Teichconnection proudly presents:

*klick mich* ARVELLE: Child&YA *klick mich*
oder
Jungbrunnen im Sonderangebot!

Die Planung
Liebe Froschfreunde, wer kennt das Problem nicht? Da entschließt man sich steinschweren Herzens dazu, doch und gegen den eigenen Willen eine Bestellung bei Arvelle aufzugeben und dann das: 34.154 Artikel stehen zur Auswahl. Himmel und Teichhölle! Für jemanden, der schon bei der simplen Wahl zwischen (letztendlich identisch schmeckenden) Joghurtsorten Kirsch und Erdbeere jämmerlich scheitert, ein herrlicher Albtraum. Was also tun? Alle Artikel durchgehen und uneingeschränktes "Ab ins Körbchen" spielen? Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich behaupte: ganz schlechte Idee. Also zurück zum Thema, warum gerade Kinder- und/oder Jugendbücher? Weil ich fast alles Andere auch auf den Mängelexemplar-Tischen in meiner Nähe finde. Sind wir doch mal ehrlich, die gibt es mittlerweile schließlich wie Algen im Teich und wer von euch kennt keinen Supermarkt, der einen nicht kurz vor der Kasse doch noch in Versuchung führt? Na? Eben. An Krimis, Thrillern, Romantik und Fantasy herrscht dort meist nur wenig Mangel und preislich sind die Taschenbücher meistens sogar attraktiver, als z.B. bei Arvelle oder Online-Restposten diverser Buchhandelsketten. Aber ganz anders die Lage bei Jugendbüchern, die ich mit Vorliebe in gebundener Form lese. Weil es so schön glitzert. Da liegt meine Trefferquote bei jämmerlichen "Alle drei Jahre" und nicht, dass man nichts anderes zu lesen hätte, aber gewährleisteter Nachschub sieht anders aus.

Die Rechnung
Während ich also bei Taschenbüchern im Vergleich zum Neupreis knapp 5€ spare und im Vergleich zu ME-Kisten sogar manchmal Miese mache, lässt die Rechnung bei gebundenen Jugendbüchern meine innere Schwäbin aufkreischen. So geschehen neulich am Teichrand, als ich endlich die Reihe "Der Clan der Otori" von Lian Hearn vervollständigen wollte. Neupreis für "Die Weite des Himmels": 24.99€. Autsch. Reduzierter Mängelexemplar-Preis bei Arvelle: 9,99€. Yay!!! Aber Moment! Geht es nicht noch billiger? Klar geht das, denn die meisten Gebrauchthändler sind - teilweise und je nach Angebot&Nachfrage - preislich attraktiver. Ja, ich habe sie alle verglichen *hust*  Warum also trotzdem und gerade Arvelle? Ich habe in meinem letzten Bericht schon davon geschwärmt, was es mir bedeutet, ein Buch ohne (deutlich) sichtbare Lesespuren in den Händen halten zu dürfen. Während ich bei einem gewissen Gebrauchthändler der bekannt anfängt und mit uy aufhört diesbezüglich leider nicht die besten Erfahrungen gemacht habe, hatten die Hardcover von Arvelle im wahrsten Sinne des Wortes keinen einzigen nennenswerten Kratzer. Nicht unter dem Schutzumschlag. Nicht auf dem Schutzumschlag. Nada. Dieser Unterschied zwischen "praktisch neuwertig" und "offensichtlich gebraucht", der je nach Buch nur ein paar Euro kostet, ist für mich ausschlaggebend.

Das Fazit
Lange Rede, kurzer Quak: Warum Jugendbücher und warum gerade bei Arvelle? Ersteres, weil ich sie liebe-liebe-liebe und dieses Genre vermutlich auch noch in einem halben Jahrhundert mein ganz persönlicher Jungbrunnen sein wird. Zweites, weil es für mich und meinen Studentengeldbeutel bei der Waagschale Preis<->Zustand keine bessere Alternative gibt. Die Argumentation funktioniert natürlich auch für Eltern, Schwaben und wer da draußen sonst noch zwar gerne spart, das aber eben nicht um jeden Preis tun möchte.


Donnerstag, 7. August 2014

[geQuakt] ► Neulich am Teichran­d... #18



... oder Barbie, Spock und eine Bahnfahrt, die ist lustig.



Eines meiner liebsten Spiele auf dem Campus ist das Raten von Studiengängen. Obwohl ich selbst ein Anti-Klischee bin, tippe ich bei bodenlangen Ledermänteln zugegeben nur selten auf Botaniker und in Regenbogenfarben lackierte Fingernägel passen für mich nicht zur Mathematikerin.  Es versteht sich von selbst, dass ich nur selten richtig liege. Gleiches gilt für das Genreraten bei lesenden Mitreisenden in der Bahn. Wenn ich daran denke, wie viele vermeintlich brav-solide Damen ich schon mit Fifty Shades und Schlimmerem gesehen habe, oder wie ein Großmütterchen "Das Lied von Eis und Feuer" - auf Englisch, wohlbemerkt! - ausgepackt hat, dann bin ich mit "Sag mir, was du trägst, und ich sag dir, was du liest!" inzwischen ganz vorsichtig.

Aber ab und an, da findet man die Klischee-Leser eben doch! So geschehen und gesehen neulich am Teichrand: Der Frosch, die Vierer-Sitzgruppe und zwei Zugestiegene, die mich nicht besser hätten unterhalten können.

Sie: die Barbie.
Hochhackige Schuhe (Rätselhaft, wie sie wohl die Einstiegstreppen überwunden hat.), Mini-Mini-Gürtel-Rock (Das nenne ich effektiv die Beine übereinanderschlagen!) und vom lackiert-pedikürt-was-weiß-ich-Fußnagel bis zur garantiert splissfreien Haarspitze durchgeschminkt, wie frisch aus der Waschanlage.
Morgens halb neun in Deutschland und vor mir saß der Traum meiner Puppen-Kindheit in Lebensgröße!

Ihr Buch: "Geheimes Verlangen" von E.L. James.
Lust&Liebe. Ohne Worte.

Er: der Spock.
Schwarzer Leder(Lack?)mantel, (Man(n) sollte bei gefühlten 45°C definitiv keine Erkältung riskieren!), High-Tech-Soundanlage-Kopfhörer (Schwer beeindruckende XXL-Kaffeebecher-Größenordnung) und vom verwaschenen Print-Shirt bis zur Ansammlung von Ketten um den Hals und Ringen in den Ohren schrie einfach alles "Neee~rd".
Morgens halb neun in Deutschland und vor mir saß ein Hauch von "The Big Bang Theorie", nur ohne Spielekonsole!

Sein Buch: "Klingenfieber" von Tobias O. Meißner.
Fantasy. Ohne Worte.

Ob die beiden gemerkt haben, was für ein sympatisch schrulliger Anblick sie waren?


Freitag, 20. Juni 2014

[geQuakt] ► Surfen auf der BuchArvelle



Das Studentenleben hat sichere eine Menge Vorteile, aber der nun nicht eben prall gefüllte Geldbeutel ist keiner davon. Böse Froschzungen (oder mein Professor drittes Semester Nachrichtentechnik, frei nach dem Motto: "Was nicht weh tut ist kein Studium!) werden natürlich behaupten, dass ein ordentlicher Student auch allenfalls Selbstläufer-Hobbies, wie das Sammeln von leer geschriebenen Kugelschreibern, zu haben hat. Und ein unordentlicher Student? Der sollte wenigstens die Freuden der Bibliothek zu schätzen wissen und sein Geld besser in Kugelschreiber investieren, die leer geschrieben und weggeworfen werden können. So viel zur Theorie, die aber leider regelmäßig und kläglich an meinem ausgeprägten "Ich will es BESITZEN"-Syndrom scheitert. Was bleibt da übrig? Richtig: Schnäppchen heißt der Zauberkuss! Wenn ich also nicht gerade buchkauffrei bin oder den Anschein von SuB-Abbau waren will, dann werfe ich die Angel nur all zu gerne nach Mängelexemplaren aus. Ob auf dem jährlichen ME-Flohmarkt meiner Stadt, im Supermarkt oder online- ich liebe sie alle! 

Die Online-Quelle meiner Wahl hat nun einen ganz besonderen Köder ausgeworfen und belohnt einen Erfahrungsbericht mit einem Gutschein. Wie könnte ich da anders, als mit Anlauf zuzuschnappen? In diesem Sinne, Teichconnection proudly presents:

oder
Sense is going to hell in a handbasket, let's live out Sensibility!

 "Arvelle Buch- und Medienversand" ist ein Online-Buchhändler, der mit dem Verkauf von Mängelexemplaren und Restauflagen groß geworden ist. Inzwischen wird auch Neuware vertrieben, aber besonders reizvoll sind natürlich nach wie vor ihre 50%-90% Schnäppchen bei Büchern und Hörbüchern. Das Besondere? Es werden ausschließlich ungelesene Bücher verkauft, die z.B. aus Retouren von Buchhandlungen stammen und deren Zustand über ein Sternchensystem angegeben wird. Ab 19€ Bestellwert - und sind wir mal ehrlich, wer schafft die nicht? - erfolgt der Versand kostenlos und es besteht ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die Auswahl ist groß, die Auswahl ist aktuell und es kommen täglich neue Lieferungen und Aktionspakete dazu.

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf Arvelle aufmerksam geworden bin. Aber irgendwie muss ich es wohl in ihren Newsletter-Verteiler geschafft haben, denn eines schönen Tages war sie da: die Mail, bei der ich das erste Mal schwach wurde. Nalini Singh so weit das Auge reichte und das zum unschlagbaren 50%-vs.-Neupreis-Angebot. Yaaaay!! Gesehen, gehamsterkauft! Der Zustand der Bücher war mit drei von fünf Sternen gekennzeichnet, aber das habe ich in meiner Euphorie gar nicht bemerkt- gut für mich. Denn meine Sorgen (und die hätte es definitiv gegeben, so pingelig wie ich bin) wären unbegründet gewesen. Die Bücher sahen aus, wie frisch vom ME-Tisch: keine nennenswerten Lagerspuren, überhaupt keine Lesespuren(!) und auch sonst kein Grund zum Klagen. Die Bezahlung war einfach, der Versand wäre jedem Hecht davongeschwommen und ich war glüüücklich! Dass ich bis heute nur zwei der Bücher gelesen habe, das ist eine andere Geschichte...

Mein zweiter Beutezug ließ dann auch gar nicht lange auf sich warten, denn neben Mängelexemplaren hat Arvelle noch ein zweites Steckenpferd: Restauflagen. Ich wollte einer guten Freundin die gebundene Ausgabe von Andrew Davidsons "Gargoyle" schenken und jetzt ratet, wer das Buch im Gegensatz zu allen anderen a) überhaupt noch, b) eingeschweist und c) unverschämt günstig angeboten hat? Richtig!

Und die Runden drei, vier usw.? Die lassen noch auf sich warten. Das liegt einfach daran, dass Arvelle auf mich die Wirkung von viel zu viel Sekt hat: Verstand aus. Wenn ich also shoppe, dann so richtig und bei knapp 150 ungelesenen Büchern und einem gigantischen Platzproblem ist das nicht sonderlich förderlich für den Hausfrieden... Aber wenn ich erst mein eigenes Bücherzimmer habe! Im Vergleich zu Rebuy, Medimops & Co. hat Arvelle für mich nämlich den fantastischen Vorteil, dass die Bücher definitiv und nicht nur nach Glücksprinzip keine Lesespuren haben. Wenn euch der bloße Gedanken an Leserillen & Co. auch beinahe körperliche Schmerzen bereitet - oder ihr einfach nur gerne in aktuellen Schnäppchen stöbert - dann kann ich Arvelle besten Gewissens weiterempfehlen. Und ja, den Gutschein hätte es auch für eine kritische Stimme gegeben.


Freitag, 13. Juni 2014

[geQuakt] ► Neulich am Teichran­d... #17



... oder das Glück ist eine schadenfrohe Fee.



Befürchtet hatte ich es schon letzte Woche und seit gestern kann ich offiziell quaken: Ich hatte Glück bei BloggDeinBuch und darf mich in den nächsten Tagen auf den Versand meines Wunschbuches freuen. Befürchtet? Sehe ich da etwa "Wenn das mal keine Katastrophe ist"-Augenzwinkern bei den Badegästen in der letzten Liegeplatzreihe? Verständlich, schließlich nehmen wir alle gerne Reißaus, wenn es etwas aus dem Wunschbrunnen für umsonst gibt... Scherzfrosch beiseite. Es dürfte ungefähr vor einem Jahr gewesen sein, da hatte ich mich in Cover, Klapptext und Idee hinter "Incarceron: Fliehen heißt sterben" von Catherine Fisher verliebt und bin mit Anlauf in den BdB'schen Lostopf gehüpft. Doch alternative Angebote waren rar und die Konkurrenz dafür umso breiter gesäht. Ohne an dieser Stelle näher auf das Auswahlverfahren eingehen zu wollen- für mich hatte es damals nicht und bis gestern leider nie wieder gereicht. Als ich also vor einigen Tagen das Sequel "Sapphique: Fliehen heißt leben" entdeckt habe, da nutzten Zeterkröte und Trotzfrosch gleich ihre Chance und "Blogg ich" war schneller geklickt und bestätigt, als ich hätte schauen, geschweige denn denken können. Wird ja eh wieder nichts.

Schenkelklopfer auf Seiten der Glücksfee.

Spätestens seit der AAdS-Challenge müsste ich doch wissen, dass das Glück ein launisches Biest ist. Womit ich nämlich nicht gerechnet habe, das war "Silber: Das zweite Buch der Träume". Kerstin Giers neuer Roman wurde fast zeitgleich angeboten und es dürfte Kenner nicht überraschen, dass das Buch die BdB-Blogger angezogen hat, wie ein Fliegenschwarm die Frösche. Mein fantastischer Plan einer ins Unermessliche steigenden Bewerberzahl, die mich chancenlos zurücklässt, ist also wunderbar aufgegangen- nur eben für das falsche Buch. Zugegeben, eines mehr im Sumpf wird den SuB wohl nicht zum Kollabieren bringen und auch die Frage, ob ich das Buch denn nun ernsthaft gar nicht gewinnen wollte, lässt sich mit einem einzigen Blick auf das wunder-wunder-wunderschöne Cover beantworten. Aber das ändert nichts daran, dass die ganze Aktion ein Eigentor auf ganz hohem Froschniveau war. Ihr erinnert euch an meinen jährlichen Anfall geistiger Umnachtung in Form von "Dampf dem SuB: 100 Tage buchkauffrei?" Offiziell verkündet ist zwar noch nichts, aber eigentlich wäre der 14.te Mai Starttermin gewesen und aktuell dreißig geschaffte Tage wären D-R-E-I-S-S-I-G geschaffte Tage. Dumm nur, dass ich den ersten Band "Incarceron" bis heute weder gelesen habe, noch besitze... Aber hey, wozu gibt es Alternativen?

Schadenfroher Salto rückwärts auf Seiten der Glücksfee.

Keine Bücherei in Reichweite hat es. Keine Onleihe in Reichweite hat es. Kein Geburts- oder Jahrestag steht an, kein Gutschein will eingelöst werden und selbst die Buchhandlung meines Vertrauens hat Pfingstferien. Argh! Was nun? Jeden Tag nach der Uni im Buchladen dezent versteckt zwischen Postkartenständern, Keksdosen und Grillzubehör 20 Seiten lesen? Hat mein Freund den Baseballschläger-Zaunpfahl aufgefangen? Zählt "erquengelt" eigentlich als gekauft? Und bin ich ein "Steh zu deinen Sünden!"-Frosch oder eine "Das war alles ganz anders!!"-Maus?

Ihr werdet es nie erfahren....
Falls also jemand das Buch gegen eine Buchsendung nach Wunsch "tauschen" möchte *hust*
 

Donnerstag, 8. Mai 2014

[geQuakt] ► Neulich am Teichran­d... #16



... oder der Teufel in meinem Ohr.



Es war einmal ein unverfänglicher Betreff in der Email einer Praktisch-Teichfamilie-Freundin...

"BÜCHER" stand da, kurz und prägnant. Was tut also ein Frosch, der eigentlich zum Arbeiten am Uni-Schreibtisch sitzt? Schulter zucken, weg klicken und weiter schuften natürlich! ... Kleiner Scherz am Rande. Es hätte schließlich ein Notfall sein können: Eine tote Katze (nein, sie hat kein Haustier...), ein Rohrbruch (nein, sie war nicht zu Hause...), was auch immer! Was wäre ich für ein Frosch, wenn ich die potentiellen Nöte einer Prinzessin ignorieren würde? Eben. Hätte ich denn ahnen können, dass "BÜCHER" tatsächlich für "BÜCHER" stehen würde? Eben.

So traf mich der Link zu einer gewissen Plattform für Mängelexemplare samt "Sie haben Otori in allen Ausgaben!!" denn auch völlig unerwartet und das Unglück nahm seinen Lauf... Dabei hatte alles so gut angefangen! Kaum war die gebundene Ausgabe von "Die Weite des Himmels" im Netz, da hatte ich meine Rute auch schon nach "Der Sohn des Greifen" ausgeworfen und schwupp-di-quak-wupp schulterte ich meinen 50%-günstiger-Fang und machte mich auf gen Kasse. Wer die aktuelle Preisliste auswendig kennt, der wird jetzt schon lachend am Teicherand kullern und alle anderen dürfen gerne miteinstimmen:

"Noch 6 Cent bis zur versandkostenfreien Lieferung."

Wollt ihr mich verkaulquappen?!! Zugegeben, ein kleiner Teil von mir wusste, dass es sich dabei kaum um Zufall handeln konnte und man mich möglicherweise zu weiteren Käufen verführen wollte. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte das Teufelchen in meinem Ohr den klaren Verstand längst auf Standby geschaltet und der Jagdmodus lief auf Autopilot. Als ob ich keine sechs Cent im Bücherparadies zusammengeshoppt bekommen würde, pah! ... Überrascht es jemanden, dass ich zwei Stunden (und kein einziges gelesenes Paper) später nicht nur sechs, sondern genau genommen knapp sechstausend weitere Cents im Warenkorb hatte? Aber hey, es waren ausnahmslos Wunschbrunnenbücher und überhaupt- kaaauuufeeen!!! Tja, denkste.

Gefühlte zwei Mikrosekunden vor dem Klick der Klicks: Schwärze.
Vollkommene keine-Rückmeldung-vom-System-Programm-wird-beendet-Schwärze.

Das Leben ist kein Seerosenteich.
Ein Weilchen später nämlich war das Netzwerk zwar wieder da, nur hatte es leider meinen "DU HAST KNAPP 140 BÜCHER AUF DEM SUB!!!"-Verstand mitgebracht...
Nein, das Leben ist wahrlich kein Seerosenteich.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann weint sie noch heute um ihr beinahe-Schnäppchen.


Samstag, 25. Januar 2014

[geQuakt] ► Neulich am Teichran­d... #15



... oder wo ein Frosch ist, da müssen doch auch irgendwo lesbare Bücher sein.



Natürlich wollte ich keine Bücher kaufen. Würde mir ja nicht im Traum einfallen. Aber wenn man schon einmal durch die Hauptstadt Japans hüpft, dann gebietet es alleine schon die Forscherehre, zumindest die Machbarkeit der Fallstudie zu bestätigen. Und weil man hier sehr zu meiner Freude keine geschlossenen Läden kennt, machte ich mich also eines schönen Sonntags - zu rein wissenschaftlichen Zwecken versteht sich - auf, um etwas Lesbares zu finden.

Damit ihr mich nicht falsch versteht, die Japaner lieben Bücher und sie lesen überall: in der Bahn und in der Mittagspause, im Kiosk und im Café, im Stehen und im Sitzen und wo und wie es Sitte und Anstand sonst noch erlauben. Die Buchläden sind gefühlt selbst den Sushi-Restaurants zahlenmäßig überlegen und haben nicht selten die Größe eines Fußballfeldes, an Auswahl mangelt es also definitiv nicht. Allerdings bekommt der Satz "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil." hier für den Nicht-Japaner eine ganz neue Bedeutung und wird zum schier unüberwindbaren Enterhaken an der Geschichte. Ich bin zwar fleißig am Japanisch lernen und kann inzwischen Damen- und Herrentoiletten auch ohne auffällig unauffälligen Blick auf ihre Gäste unterscheiden, aber für viel mehr als das und den Wetterbericht reicht es eben noch nicht.

Umso glücklicher war ich deshalb natürlich, als eine Verkäuferin auf meine Frage "Eigo no hon ga arimasu ka?"  hin freundlich und begeistert genickt hat. Übersetzt heißt das in etwa "Haben sie englische Bücher?".  Dachte ich zumindest. Aber man lernt ja nie aus und ca. 20 Sekunden später wusste ich zwei Dinge:

a) Erfreue dich am Lächeln japanischer Verkäufer, aber traue ihm nicht.
b) Erfreue dich an dem Gedanken, Japanisch zu können, aber traue ihm nicht.

Denn wo stand ich? Na, mag jemand raten? Bei den japanischen Büchern zum Englisch lernen... Fürs Erste gab ich mich geschlagen, aber ich würde wiederkommen und ich würde siieegeen!

Tat ich dann auch tatsächlich eine Woche später, witzigerweise allerdings rein zufällig. Ich hatte gesehen, dass sie im zweiten Stock auch CDs haben (ich mag es, wenn Wörter im Japanischen genau so geschrieben werden, wie im Deutschen!) und fand mich plötzlich und völlig unerwartet vor einer riesigen Wand (und mit rießig meine ich riiieesiig) Paperbacks wieder! Zum Schnäppchenpreis!! In diesem Moment wurde mir auch klar, welchen elementaren Fehler ich gemacht hatte. Ich hatte nach englischen Büchern gefragt, wo die richtige Formulierung aber ausländische Bücher geheißen hätte. Versteht mich nicht falsch: Die Japaner lieben Ausländer und sie helfen dir praktisch überall. Aber zwischen verschiedenen Nationalitäten unterscheiden? Ich bitte euch! Bist du Japan? Nein? Ende der Differenzierung und so halten sie es offenbar auch bei Büchern. Es gibt Lektüre aus dem Heimatland und Lektüre aus dem Rest der Welt. Mir soll es Recht sein, ich habe meine englisch sprudelnde Schnäppchen-Quelle gefunden. Bilder folgen.


Samstag, 26. Oktober 2013

[geQuakt] ► FBM 2013 oder Jägerin der verlorenen Autogramme



Auch eine Woche danach hat sie für mich noch nicht an Faszination verloren: F.B.M. In bestem Stil von "All die Jahre..." könnte ich an dieser Stelle viel quaken über Unwissenheit, meckernden Geldbeutel oder schlechtes Timing. Aber wen interessieren vergangene dunkle Zeiten, wo doch nun die Strahlen der Buchmesse endlich ihren Weg zum Teichrand gefunden haben und die Seitenoberflächen glitzern und funkeln lassen? Vorbei das wehmütige Lesen der Posts all derer, die dabei waren, denn so viel im Oktober auch schief ging, hatte das ein Gutes: Frosch war zum ersten Mal mittendrin, statt nur daheim!

Samstags stand noch ein Geburtstag an, so dass für die amphibische Premiere leider nur noch der traurigerweise verkaufsoffene Sonntag blieb. Was ein Unglück . Minimalst übermotiviert hatte ich mir gleich dreizehn Veranstaltungen und noch einmal halb so viele Hallen markiert, die ich gerne erkunden wollte. Wobei eines natürlich absolut-ultimative Priorität hatte: Kai Meyers Signierstunde. Ich hatte den Veranstaltungsort, ich hatte die Veranstaltungszeit und so schwer würde das schon nicht zu finden sein!"Muhahaha!", sprach der Teichteufel da nur...

Aber früh morgens um 5.13 Uhr - keine zehn Walrösser hätten mich für irgendetwas nicht-Buchmesse-iges um diese Zeit an den Bahnhof bekommen! - war ich noch frisch, naiv und dermaßen auf Kaffee und Schokolade, dass schlichtweg alles einfach, toll und möglich schien! Wenn schon sämtliche Nahverkehrs-Verbindungen pünktlich waren (ich konnte es selbst kaum glauben), was sollte denn dann noch schief gehen?

In diesem Sinne:
Das ein oder andere Foto aus Zeitschriften, Artikeln oder Blogger-Posts kannte ich ja schon. Aber so richtig vorbereitet hat mich keines davon darauf, wie überdimensional diese Veranstaltung denn tatsächlich ist. Für ein kleines Dorfamphib, das schon im Angesicht einer Buchhandlung mit englischer Ecke einen Freuden-Salto rückwärts macht, trafen es die "Neuen Welten" des Piper-Plakats wirklich auf den Punkt. Ich meine, wow! Es war alles unglaublich rießig, unglaublich geschäftig und sowohl mit Büchern, als auch später mit Menschen unglaublich (über-)voll.
Um in Ruhe stöbern zu können, hätte es mir vermutlich an einem hünenhaften Bodyguard oder mindestens 30cm Körpergröße, zwei zusätzlichen Ellenbogen und etwas Durchschlagskraft gefehlt, aber das hatte ich auch gar nicht zum Ziel. Die Neuerscheinungen kannte ich BT & Blogs sei Dank größtenteils schon und meine Begleitung hat es schön gesagt: "Stöbern kann ich im Buchladen billiger und besser." Aber Wände und Türme voller Bücher *-* Das war eben doch nochmal eine ganz andere Klasse, als die Verkaufstisch-Stapel im Buchladen . Die Hallen-Atmosphäre hat zwar irgendwann jeglichen Sauerstoffgehalt vermissen lassen, aber alles andere hätte auch nicht für das richtige Jahrmarkt-nur-toller-Feeling gesorgt. Aber, Moment! War da nicht noch was?!

"Müssen wir nicht langsam looo~ooos?!!!"
"Nein, wir haben noch Zeit."
"Aber wir wissen doch gar nicht, wo das Signierzelt ist!"
"Wir sind in Halle 3. Es ist neben Halle 3. Das finden wir schon rechtzeitig!"
"Ja schon, aber können wir nicht langsam looo~ooos?!"

Nein, ich kannte kein Erbarmen. Aber es ging schließlich nicht um so unerhebliche Personen, wie Obama oder den Dalai Lama, sondern um Kai Meyer! Und ich hatte ja wirklich keine Ahnung, wo sich das ominöse Signierzelt befinden sollte. Im Nachhinein natürlich lachhaft, weil man nur die Tür von Halle 3 öffnen muss, um es erspähen zu können. Aber wer schon mal mit meinem Orientierungssinn und mir unterwegs war, der hätte meine Panik geteilt. Nur gut, dass es Herrn Knirps-Schirm gab und schneller, als ich es mir je hätte erträumen lassen (aber langsamer, als es seine Nerven je hätten befürchten können), standen wir in einer Schlange voller "Asche und Phönix"-Träger. Jippiiiieeeeh!!!

Da! Guckst du?! Guckst du?! Live und in Farbe!! Wen er da gerade leicht irritiert anschaut? Mich mit meinen Signiersonderwünschen ("Versenkt für xy", spontaner Einfall bei der Fitzek-Lesung, der immer wieder für allgemeine Erheitung sorgt) , die ich in der Aufregung wohl entweder in etwas zu breitem Schwäbisch vorgetragen habe, oder die ihm schlicht schwäbisch vorkamen *pfeif* Aber da war es: M-E-I-N Autogramm vom Meister persönlich! Löwenmütter beschützen ihre Jungen- ich beschützte mein signiertes Exemplar von "Asche und Phönix". Und einmal Blut geleckt...
Liebe Autoren: Big Frog is watching you... Ursprünglich hatte ich mir die Signierstunden meiner Sonntags-Lieblinge ja nur aus Jux alle herausgeschrieben, aber was soll ich sagen? So ein Autogramm, das war doch etwas Feines und so eine Gelegenheit kam schließlich in frühestens 364 Tagen wieder! Also quer durch Halle 3.1, hoch zu 3.2 und wieder zurück. Raus und rein, rein und raus und wen interessierte schon klirrende Kälte, wer kannte Schmerz? Es gab mich, es gab die Aussicht auf signierte Bücher und alles andere war nebensächlich! Menschen mit Trollis, Kinderwägen oder - noch schlimmer - frei herum wandernde Zwerge? Wo ein Ziel war, da wurde ein Weg geschaffen! Geplant war also ein Autogramm von Kai Meyer und erlegt geworden sind es dann diese hier: Cecelia Ahern (unheimlich niedlich), Trudi Canavan (unheimlich nett, jeder hat ein Foto bekommen), Markus Heitz (unheimlich sympathisch, hat sogar die Tüten selbst verteilt), Ursula Poznanski ("Macht bitte schneller, ich muss meinen Flugzeug kriegen." nachdem sie und ewig in der Kälte hat warten lassen...) und Kai Meyer (unheimlich OMG).
Ob im mehr als beengten Fischergang der Atemnot nahe oder ob im Gänsemarsch hinter Frau Canavan her; ob im Warteschlangen-Gespräch mit netten Cosplayern oder im "Können Sie mir bitte das untere geben, ich möchte keinen Knick im Cover"-Clinch mit der "Erebos"-Verkäuferin: Ich hätte nie gedacht, dass es mir so viel Spaß machen würde, auf Unterschriften-Jagd zu gehen. Auch meine Begleitung hat später steif, fest und ungeachtet aller meiner Zweifel behauptet, sein anfängliches "Klaro, dazu sind wir doch hier" nicht bereut zu haben und hach, es war einfach schön!

Natürlich gab es auch sonst noch unheimlich viel zu sehen und zu fotografieren. Aber ich gebe es zu: Ich war so im FBM-Rausch, dass die Kamera meistens im Rucksack schlummern durfte. Im Nachhinein ein bisschen schade, aber dafür konnte ich die Messe in vollen Zügen genießen. Hat sich jemand mein bisheriges Jahreshighlight "Golem und Dschinn" gekauft? Helene Wecker war leider nicht anzutreffen, aber die Wand voller Exemplare war so chic!
Die für mich noch besonders interessanten Hallen (englischsprachige Literatur und Japan-Ecke) hatten wir uns dann noch für den Schluss aufgehoben. Großer Fehler. Denn in beiden Bereichen hatten am frühen Nachmittag schon fast alle Verlage geschlossen und von einem Verkaufsparadies abgesehen (50%, yay!!) war da nicht mehr viel zu holen. Echt schade, wenn ich mir da andere Goldschatz-Posts so ansehe! Aber für den SuB und die Verlagsmitarbeiter war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass ich nicht an jedem Stand den "Review copy, please?!"-Frosch geben konnte.

Für das nächste Jahr weiß ich jetzt immerhin, wohin mich die Froschschenkel als erstes führen werden.
<--- So dürft ihr euch im Übrigen ungeachtet der verpassten Chancen ("All our Yesterdays" zum Mitnehmen, wenn es nur schon erschienen gewesen wäre!!) meinen Gesichtsausdruck zum Ende hin vorstellen. Denn es gab ja Teichgott sei Dank nicht nur die bereits nahezu leer gefegten (Memo: Nie zur besten Tea&Cookies-Zeit einkaufen wollen!) Hallen, sondern auch verkaufstüchtige Helfer bei den Signierstunden und natürlich musste ich die Buchangel ein, zwei und drei Mal auswerfen.

Ich muss aber gestehen: Um 16 Uhr haben wir aufgegeben. Der Körper verlangte nach Nahrung, der Körper verlangte nach Koffeein und meine Schuhsohlen waren gefühlt nicht mehr vorhanden. Also auf zum Bahnhof und den wundervollen Tag bei Kaffee und einer Asia-Nudel-Box ausklingen lassen. Yammy!

Ohne großes abschließendes Bimborium: Es war großartig.


Freitag, 11. Oktober 2013

[geQuakt] ► Neulich am Teichran­d... #14



... oder allein unter B-Freunden.



Den ersten Buchstaben und Anzahl eben selbiger, mehr scheinen die beiden auf den ersten Blick nicht gemeinsam zu haben: Buch und Bier. Man stellt sich den Leser eben doch eher mit einem edlen Tropfen Wein oder einer gepflegten Tasse Tee, den Trinker mit einer deftigen Brezel oder gleich dem zweiten Krug in der Hand vor. Aber in Kombination? Ausnahmen bestätigen ja für gewöhnlich die Regel, das löst dann am Teichrand aber doch eher Augenbrauen-Gymnastik aus. Deshalb gibt es diese Tage, an denen meidet man als kleiner Lesefrosch bestimmte Verbindungen der Deutschen Bahn am besten. Stichwort Oktoberfest, quake ich da nur. Leider ist der beste Plan meistens gerade so gut, wie seine äußeren Umstände und was tut und opfert man nicht alles für einen Samstag unter Buchfreunden? Eben. Also Freitag abends geschwind zum Bahnhof gehüpft und vielleicht hatte ich ja sogar Glück?! Ähm- nein.

Die ersten beiden Türen beschädigt, aus der dritten fällt - im wahrsten Sinne des Wortes - etwas Großes in Lederhosen und aus der vierten dringt lautes Gegröle. Phantastisch. Und drinnen wurde es noch viel besser: Lederhosen und Dirndl, wohin das Auge reichte und man war eindeutig nicht auf dem Weg zum Bier. Warum jeder davon auch noch eine Schiffchen-Mütze aus Zeitungspapier auf dem Kopf hatte, war mir nicht ganz klar, aber manchmal muss man auch nicht alles wissen. Stellte sich also nur noch die Frage: Buch, ja oder nein? So richtig zu beachten schien mich niemand und eine Stunde Zugfahrt im Stehen ohne Beschäftigung... Also im Bier-geschwemmten und mit Unmengen leerer (Fr)Esstüten verzierten Zugabteil "Die Reinheit des Todes" ausgepackt und fast schien es, als hätte ich in einer Nische zwischen Feuermelder und Kofferablage meine Ruhe. Fast...

"Ist das ein Buuu~uuuch?", drang es plötzlich zu mir durch.
Nein, ein getarnter Kasten Hochprozentiges. "Ja, ist es."
"Eeecht jetzt? Kannst du das leseeen?"
"Ist das dein Ernst?!" "..."
"Ey Leuteee!!
"Phantastisch, einfach phantastisch...

Was nun? Angriff? Sie waren in der Überzahl... Flucht? Sie waren überall... Hilfe!! Ich befürchtete schon das Schlimmste: Verstreute Froschschenkel (man liest ja die unmöglichsten Dinge) oder (noch schlimmer) verstreute Buchseiten! Tja, Vorurteile lassen grüßen... "Ey Leuteee"-Lederhosenmann fand es nämlich so klasse, dass ich im Stehen, Fahren und Halbdunkeln lesen konnte (an meiner grundsätzlichen Lesefähigkeit hatte er wohl doch nicht gezweifelt), dass mir postwendend auch eine Zeitungs-Schiffchen-Mütze verliehen wurde. Widerspruch zwecklos, versteht sich. Und schwupps, schon war ich zwar nach wie vor dirndellos, aber doch irgendwie eine von ihnen. So ist das halt unter B-Freunden!


Mittwoch, 25. September 2013

[geQuakt] ► Kobo Konrad lässt grüßen



Ja, es darf gelacht werden auf den billigen Plätzen. Wie lange ist es her, dass ich euch in acht Akten erklärt habe, warum es Ebooks hier bestimmt nicht geben wird - Zitat - "solange kein globales Waldsterben einsetzt oder meine schwäbische Seele bei kostenlos-Aktionen doch noch schwach wird"? Blogger sei Dank kann ich euch das auf den Tag genau sagen: 16.07.2013. Höre ich da die Mini-Mathematiker unter euch kichern? Ihr habt ja Recht und ich habe meine groß geschwungenen Reden wirklich gerade einmal gigantische zwei Monate minus ein paar zerquetschte Tage durchgehalten. Und jetzt? Gibt es doch tatsächlich einen neuen Mann in meinem Teich!

Darf ich vorstellen: Kobo Konrad! 



Wie das?! Ein Gewinnspiel? Ein Anfall geistiger Umnachtung?! Das Schnäppchen-Gen? Oder etwa tatsächlich ein Gesinnungswandel? Alles falsch. Ich bleibe meiner Liebe zum Papier treu und Konrads Einzug in die Teichlandschaft hat rein praktische Gründe. (Mehr Teichgeflüster dazu gibt es Ende des Monats)  Auf alle Fälle muss ich zugeben, dass der kleine Schatz wirklich ein nahezu perfekter Vertreter der männlichen Spezies ist: Schleppt mir alle Bücher, meckert selten und ist Tag und Nacht bereit, um die neuesten Goldstückchen am Neuerscheinungshorizont als "Muss ich haben" zu markieren. Rank, schlank und türkis-chic gekleidet, wie er ist, passt er nicht nur in fast jede Tasche. Er lässt sich auch in den Wartezimmern meiner Professoren etwas unbefangener auspacken, als z.B. die Bücher von Nalini Singh. Leider ist Konrad noch schüchtern und muss sich hier erst einmal einleben. Aber er wird sich euch bestimmt noch persönlich vorstellen und ein bisschen aus dem E-Teich-Kästchen plaudern. In diesem Sinne: Der E-Pool ist eröffnet und Gutenberg-Programm, Netgalley & Onleihe ich hüüpfeee!!


Samstag, 10. August 2013

[geQuakt] ► Neulich am Teichrand... #13



... oder von Vorbildern, Vorboten und dem ganz großen Knall.



Heute räume ich auf! Morgen esse ich weniger Schokolade!

Gute Vorsätze, die liegen bei mir einfach in der Familie. Mein Vater zum Beispiel: Zu Weihnachten hat er Frank Schätzings "Limit" von mir geschenkt bekommen und seither liest er sich unermüdlich durch den Totschläger mit Dünnpapier und Minischrift. Zu Weihnachten will er schließlich fertig sein! Zugegeben, angekündigt hat er das 2011 und näher spezifiziert wurde sein Zeitlimit bisher nicht. Aber es seien ja auch sehr dünne Seiten, meint er. Der eine oder andere Stromausfall am Bundesliga-Samstag wäre vielleicht auch ganz hilfreich gewesen, aber das sagt sich in "Hotel Mama & Papa" eben nicht so leicht. Was also tut ein selbstloser Frosch der das Buch schließlich in diesem Leben noch lesen möchte um zu erreichen, dass das Lesezeichen endlich den hinteren Seiten näher kommt? Er hüpft mit gutem Vorbild voran. Ohne Rücksicht auf Verluste...

Also ein unschuldiges "Ich lese noch ein paar Seiten, du auch?" in den Raum geworfen und ab in den Garten. Ob nun wegen meines strahlenden Lächelns oder der Gummibärchen-Tüte in meiner Hand sei dahingestellt, aber auf alle Fälle saßen wir schließlich vereint unter blauem Himmel und hatten beide je 300 Seiten vor uns. Er in gefühlter Schriftgröße 0.0005px, ich in YA-freundlichem Großdruck. Tja, das Leben ist kein Ponyhof. Dachte sich wohl auch der Himmel, denn ganz so strahlend war der mit einem Mal gar nicht mehr. Aber wen interessierten solche Vorboten bei genügend Kalorien auf dem Tisch einem guten Buch in der Hand? "The Pirate´s Wish" nämlich war einfach nur genial! Witzig, fesselnd und so gut geschrieben, dass ich die Gischt der Wellen praktisch spüren konnte! Spüren?! Mooooment. Tatsache: Petrus hatte den Wasserknopf gedrückt und nur ein beherzter Froschsprung unter den Balkon verhinderte Schlimmeres für mein Schätzchen. Für mich kein Problem - Wind und Wetter sind schließlich für Anfänger, wenn es um den SuB-Abbau geht! - aber ob mein Vater auch drinnen dem Reiz des Fernsehers würde widerstehen können? Dann eben Weihnachten 2014... "Gehst du rein, Papa?", die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt. Keine Reaktion. Moooment. Tatsache: Der werte Herr hatte unter dem Balkon gar nichts vom Wetterumschwung mitbekommen und ich würde den Teichteufel tun, daran etwas zu ändern. Auch wenn die Wolken zunehmend dunkler und der Regen zunehmend prasselnder wurden. Aber manchmal muss man eben Opfer bringen und so schlimm würde es bestimmt nicht werden.

Es darf gelacht werden.

Was ich nämlich nicht wusste: Unwetterwarnung mit lokalen Gewittern und Starkregen für mein Dorf. BUMMS und mit einem Mal wusste auch Papi, wie es um die Wetterlage stand. Nur hatten wir jetzt gar keine andere Wahl mehr, als draußen zu bleiben, weil zwischen uns und der Tür knapp zehn Meter unüberdachter Weltuntergang lagen. Was also taten wir, während es um uns herum blitzte, donnerte und knallte? Die vergeblichen Versuche der Nachbarskatze, das nasse Plastik unserer Regentonne in Richtung ihres trockenen Gartenhäuschens zu überwinden (göttlich!!) beobachten- und lesen.

Es regnete- und sie lasen. Es blitzte- und sie lasen weiter. Es donnerte- und sie lasen immer noch.
Und wenn sie nicht...

Was soll ich sagen? Papas "Limit" ist inzwischen beendet und wer "The Pirate´s Wish" liest, wird mir bestimmt zustimmen: Es hätte keine bessere Hintergrundmusik zum finalen Duell auf See geben können!


Dienstag, 18. Juni 2013

[geQuakt] ► Neulich am Teichrand... #12



... oder "Geht es Ihnen gut, möchten Sie etwas trinken?!



"Alle Jahre wieder..." 
Weihnachten ist für Anfänger und echt-schwäbische Buchfrösche in meiner Gegend kennen nur einen Countdown: "3,2,1... Mängelexemplar-Taschenbuchtage!!!"

Es soll ja Leute geben, die ihrem Buchshopping gerne in ruhiger Atmosphäre nachgehen und naja, jedem das Seine- aber ich bevorzuge die Schlacht! Da hatte es denn auch seine Vorteile, dass ich direkt von der Uni zum alljährlichen Taschenbuchflohmarkt gefahren bin: Schwerer Rucksack + zwei gut gefüllte Buchkörbe + euphorischer Gladiatoren-Blick = 2m leere Schneise um mich herum und das ganz ohne Einsatz von Zähnen, Krallen und Ellenbogen. Gut, das könnte auch daran gelegen haben, dass ich wie eh und je schon einen Tag vor offizieller Eröffnung dort war, aber egal. Auf alle Fälle war ich - gelinde gesagt - seeehr erfolgreich und die Details dazu inklusive geöffneter Tüten gibt es die Tage im einem SuB-Sumpf-Mega-Post. Aber es geht ja - Tatsache! - nicht nur ums Kaufen und so kann ich auch dieses Jahr wieder ein bisschen aus dem Teichkästchen plaudern.

Abends, halb Acht in Deutschland: Eine Kassiererin, die auf meine erste Ladung noch hoch motiviert reagiert, deren Gesichtszüge beim zweiten prall gefüllten Henkelkörbchen jedoch zu entgleisen drohen. Während sie also noch versucht, das architektonisch offenbar hoch anspruchsvolle Problem des Eintütens zu lösen (Sie hat tatsächlich VIER Tüten gebraucht! Ich habe es locker mit dreien geschafft, tz!) kam ich mit der Dame hinter mir ins Gespräch. Die fand das ganze "So jung und schon am Lesen" und überhaupt alles einfach S.U.P.E.R Ihr Kommentar:

"Ja haben Sie denn dann auch ein Bücherregal daheim?"

Göttlichkeits-Faktor! Und Lachen darf man nicht! Meine Antwort blieb ein "Ja, das habe ich auch eines.", während ich in Gedanken bei meinen Überlegungen war, welchen Schrank ich noch zu Gunsten eines weiteren Regalbretts opfern könnte. Herrlich, herrlich!

Ergebnis: Kassen-Tagesrekord mit 26 Büchern (Man werfe Steine nach mir...)
Problem: 1.63cm Frosch + Rucksack, vier gut gefüllte Buchtüten und ein Bergaufmarsch zum Bahnhof.

Was soll ich sagen? Wo zwei Dutzend Bücher sind, da ist auch ein Weg und es kam und es keuchte, aber es siegte! Nach außen hin muss ich aber wohl recht zerstört gewirkt haben und ein übereifriger Herr wollte denn auch gleich meinen vermeintlich drohenden Hitzetod verhindern:

"Geht es Ihnen gut, möchten Sie etwas trinken?"

Nicht "Kann ich ihnen tragen helfen". So doof selbstlos war man(n) dann auch wieder nicht...


Dienstag, 21. Mai 2013

[geQuakt] ► Cover-Reveal oder Punch it!



Man sollte ja meinen, dass man als Leser alle Macht in den Händen bzw. zumindest im Geldbeutel halten würde. Ich entscheide schließlich ob ich lese, was ich lese, wann ich lese und wie viel Geld ich dafür bei welchem Verlag ausgeben möchte. Klingt nach einer Menge Kontrolle, oder? Falsch. Denn es gibt diese Momente, da fühlt man sich als Leser einfach nur ausgeliefert. 

Aktuellster Grund für meine innere Zeterkröte, um Purzelbaum zu schlagen: Die deutsche Übersetzung von "Cinder", dem ersten Teil der "Lunar Chronicles" von Marissa Meyer. Es handelt sich dabei kurz und knapp um eine futuristische Cinderella-Adaption mit einem weiblichen Cyborg in der "Küss den Prinz"-Hauptrolle. Dem ein oder anderen dürfte das traumhaft schöne Originalcover (*Goodreads*) vielleicht schon begegnet sein: Ein edler roter Stöckelschuh, angedeutete mechanische Bauteile im zugehörigen Fuß und ein dunkel-atmosphärischer Hintergrund samt märchenhaftem Schreibstil für den Titel. Klingt passend, oder? Ist es meiner Meinung nach auch. 

Was sich Carlsen aber für die Übersetzung "Wie Monde so silbern" (*Goodreads*) ausgedacht hat, das kann man für mich bestensfalls noch "gleichförmig elegant" nennen. Eine milde Umschreibung für ein langweiliges, schwarzes Rautenmuster inklusive Titel in Standard-Arial-Optik. Hallo ? In welchem - sorry - Anfall geistiger Umnachtung hat ein Verlagsmitarbeiter denn da bitte beschlossen, dass ein Muster, für das sich jeder Schottenrock schämen würde, der Geschichte besser gerecht werden würde, als das Original? Zumal wir wirklich das einzige Land sind, das gemeint hat, es müsse das geniale Konzept über den Haufen werfen .. Geschmackssache schön und gut, aber ich wage zu behaupten, dass ein Leser-Voting hier ein sehr eindeutiges Ergebnis erzielt hätte. Tja, wenn man uns gefragt hatte. Das hat für mich dermaßen "Punch in the Face"-Charakter, dass ich nur noch fassungslos den Kopf schütteln kann. Das und einen weiten, weiten Bogen um die Übersetzung schwimmen.

Edit:
Dank @Crini muss ich zugeben: Das Cover hat einen tieferen Sinn! Ja, ich bin schockiert überrascht. Mein "langweiliges Rautenmuster", das mich beim zweiten Blick immerhin (aber ebenso sinnfrei) noch an einen Vampirmund hat denken lassen, entpuppte sich als - Überrschung - aneinander gereihte Schuhe xD Himmel, da musste ich jetzt wirklich vier Mal hinsehen... Aber für mich bleibt das Cover trotzdem eine absolute Enttäuschung.


Freitag, 22. März 2013

[geQuakt] ► Neulich am Teichrand... #11



... oder Odyssee ahoi: Auf ein Neues!



Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch daran, wie ich vor Jahr und ein paar Tagen "Delirium" von Lauren Oliver entgegengefiebert habe. Ich wollte damals unbedingt die neu aufgelegte Taschenbuchausgabe haben und bin auf die glorreiche Idee gekommen, die englische Neuerscheinung beim örtlichen Buchdealer vorzubestellen. Ganz schlechter Plan. Das resultierende Debakel für meine Nerven könnt ihr hier nachlesen...

 Lektion also gelernt?

Mit Nichten ! Meine Gehirnzeilen scheinen sich fast so schnell verabschiedet zu haben, wie die Cover-Qualität der Folgebände und was soll ich sagen? Ich warte schon wieder, dieses Mal auf das große Finale der Trilogie. Häh? Ist "Requiem" nicht schon anfang März erschienen?  Jap, ist es und ich hatte die Paperback-Ausgabe sogar schon in den Händen. Deshalb entbehrt es auch nicht einer gewissen Ironie, dass ich schon wieder wegen amphibischen Extrafischen auf dem Trockenen sitze. Ich bin nämlich inzwischen auf die (traumhaft schöne) Hardcover-Ausgabe von Hodder&Stoughton umgestiegen und die sollte am 21.ten März erscheinen. Sollte. Aber - haltet euch fest - natürlich war gestern noch keine Flaschenpost vom Buchhändler da. Gestern nicht und heute nicht. 

Ihr ahnt Böses?
 
Ich auch. Gut, dass ich mich für den "Let´s read it in English: Once more!"-März in weiser Voraussicht schon mit "Lover Reborn" eingedeckt habe. Aber wer das Cliffhanger-Ende von "Pandemonium" kennt, der weiß, dass es hier um mehr, als nur um eine Challenge geht. Es geht um alles! Passend zu meiner entsprechend vorfreudig-hibbelig-quengligen Gemütslage trudeln denn auch langsam die ersten Bewertungen meiner Goodreads-Friendlist ein: einmal fünf Sterne und einmal einer. Wollt ihr mich ärgern? Ich muss wissen, wie es endet! Morgen! Jetzt! Gestern ! Ein gewisser Onlinehändler hat das HC  inzwischen mit "Gewöhnlich versandfertig in 1 bis 2 Wochen" eingestellt und es bleibt offen, wie lange dann erst die Belieferung meines lokalen Buchhafens dauern wird. Das und die Frage, warum immer gerade die Ausgabe, die bei mir im Wunschbrunnen versenkt wurde, nicht lieferbar ist. Grmpf. Ich bin dann mal Warten ...


Mittwoch, 27. Februar 2013

[geQuakt] ► Neulich am Teichrand... #10



... oder zwei Mal Herzwärmer bitte.



"Leise rieselt der Schnee..."

Es finde bitte jemand den Fehler in der Datumsanzeige. Jetzt spielt der Februar Advent und Ende des Jahres tragen wir den Christbaum dann wieder im T-Shirt ins Haus... Aber da ich den Großteil des Tages gerade ohnehin am Schreibtisch verbringe und die feinen Flocken von der richtigen Seite der Fensterscheibe aus durchaus ihren Reiz haben (ich gestehe: Schnee! Schnee! Schnee!) will ich mich gar nicht beschweren. Auch dann fast nicht, wenn die hochwürdigen Transportmittel der Deutschen Bahn mal wieder ihre Späße mit armen Reisenden treiben. Man sollte ja meinen, nach geschätzt und gefühlt vier Monaten kalter Jahreszeit wüssten die langsam, was bei Minusgraden zu tun ist, aber denkste. 

"Zug uvw nach xyz fährt heute wegen (man füge eine beliebige Standard-Ausrede ein) ca. 10 Minuten später". 

Sollte mir nur recht sein. Frosch in Daunen und die Lektüre ins Buchfilz gepackt: Beste Voraussetzungen, um die Wartezeit ins Leseparadies zu verwandeln und selig lächelnd in ein weiteres Kapitel von "Das Schweigen des Glücks" von Nicholas Sparks zu versinken. Wen interessieren schon klirrende Kälte und schneidender Wind, wenn der Meister der Romanze das Herz wärmt? Eben. Nur die Hintergrundmusik, die hätte etwas besinnlicher sein können. Da wurde geflucht, gerohrspatzt und gezetert, dass es selbst dem nie um einen bösen Bahn-Witz verlegenen Frosch beinahe zu viel wurde. Außer mir hat sich nur noch eine andere Wartende nicht am allgemeinen Schimpfen beteiligt und auch, wenn mir Neugierde natürlich fremd ist *hust*, schaut man sich auf dem Dorf die Leute halt immer etwas genauer an.

Und siehe da: ein Lächeln! 

Man stelle sich das vor: ein halbes Dutzend frenetisch fluchender Reisender (und das bei knapp 10 Minuten Verspätung, die armen Unwissenden...), kein Zug in Sicht und trotzdem zwei erkennbar nach oben gezogene Mundwinkel! Ein zweiter Augenaufschlag und mir war auch klar, warum. Ich will ja nicht sagen, Leser sind die besseren zufriedeneren Menschen, aber ratet, was die Frau in der Hand hatte. Und es kam noch besser: Nicht irgendein Buch, nein, sondern "Für immer der Deine" von Nicholas Sparks. Fand ich höchst amüsant und besagte Dame konnte sich ein Grinsen dann auch nicht verkneifen, als sie mich und den großen Bruder ihrer Lektüre in meiner Hand bemerkt hat.


Mittwoch, 16. Januar 2013

[geQuakt] ► Neulich am Teichrand... #9



... oder der schwäbische Vogel fängt das Buch.



Vielleicht kennt es der ein oder andere von euch: Das Jahr ist noch jung, die übereifrig gefassten Vorsätze sind taufrisch und die Motivation ist so greifbar, dass man sie mit bloßer Froschzunge schnappen könnte. So auch neulich am Teichrand, denn - oh ja - 2013 würde einfach großartig werden. Stark würde ich bleiben! Enthaltsam würde ich bleiben! Erst einmal eine ordentliche Schöpfkelle voll SuBSumpf in den Lesefutternapf und dann vielleicht irgendwann das ein oder andere Buch kaufen, um die Mission Reihenabbau anzugehen. Alles gut durchdacht also, alles wohl geplant und selbstredend in diversen Listen festgehalten und mit Datum versehen. Umso passender, dass SuB-Abbau-Extrem im Januar theoretisch unbegrenzt Buchkäufe toleriert, solange sie nur wirklich gut begründet sind. "Boah ist das billig!" ausgeschlossen, versteht sich. Das konnte ja kaum schief gehen, schließlich würde ich stark bleiben! Schließlich würde ich enthaltsam bleiben!

Na, wer findet den Fehler?

Denn wie es gelegentlich so ist mit der lieben Hochmut, kam der Fall auch hier schnell, unerwartet und treffsicher. Nicht, dass mich jedwelche Schuld treffen würde! Rein zufällig bin ich an einer Buchhandlung vorbeigehüpft, von der ich dunkel in Erinnerung hatte, dass einem auf den Mini-ME-Tischen (zu meiner Verteidigung: wirklich nur alle Jubeljahre) aktuelle HCs ins Netz gehen können. Zwei Tische lang begegneten mir nur die üblichen Koch- und Lebensweisheiten und ich wähnte mich schon in sicheren Gewässern... Dann kam der dritte. Amphibische Schnappatmung! Das konnte nicht sein. Das war der Froschhimmel auf Erden durfte einfach nicht sein: "Grischa: Goldene Flammen" von Leigh Bardugo, nach dem ich in gefühlten tausend Adventskalendertürchen umsonst gefischt hatte, und "Grave Mercy" als MEs zu unwiderstehlichen Preisen! Der Geldbeutel war schnell gezückt und mit jedem Hüpfer Richtung Ladeneingang wurde das
"SuB-Abbau-Extrem!"-Stimmchen in meinem Hinterkopf ein kleines bisschen leiser... Das nächste, woran ich mich dann erinnere, sind eine Tüte, ein Kassenzettel und pure Glückseligkeit!.

So schnell gescheitert?

"Jap!", schrie das Teufelchen. "Nein!!", erwiderte das Engelchen! Nein? Nein! Denn, ich kann es selbst kaum glauben, nur das Top-Priority-Wunschbrunnen-Buch "Grischa" darf sich nun Teichfamilienmitglied nennen und dem "Eigentlich will ich dich historisches Buch ja gar nicht, aber boah bist du billig!" "Grave Mercy" habe ich widerstanden!

Schnäppchen? Check!
Begründeter (WuLi)-Buchkauf? Check!
Zwei Fliegen mit der schwäbischen Klappe geschlagen? Check!


Montag, 24. Dezember 2012

[geQuakt] ► Frohe Weihnachten!




Schneemann Hubert wünscht Euch im Namen der Teichfamilie
!! wunderschöne Weihnachten !!
Lasst Euch schön be(buch)schenken & genießt hoffentlich stressfreie Festtage.