Auch eine Woche danach hat sie für mich noch nicht an Faszination verloren: F.B.M. In bestem Stil von "All die Jahre..." könnte ich an dieser Stelle viel quaken über Unwissenheit, meckernden Geldbeutel oder schlechtes Timing. Aber wen interessieren vergangene dunkle Zeiten, wo doch nun die Strahlen der Buchmesse endlich ihren Weg zum Teichrand gefunden haben und die Seitenoberflächen glitzern und funkeln lassen? Vorbei das wehmütige Lesen der Posts all derer, die dabei waren, denn so viel im Oktober auch schief ging, hatte das ein Gutes: Frosch war zum ersten Mal mittendrin, statt nur daheim!

Samstags stand noch ein Geburtstag an, so dass für die amphibische Premiere
leider nur noch der
traurigerweise verkaufsoffene Sonntag blieb. Was ein Unglück

. Minimalst übermotiviert hatte ich mir gleich dreizehn Veranstaltungen und noch einmal halb so viele Hallen markiert, die ich gerne erkunden wollte. Wobei eines natürlich absolut-ultimative Priorität hatte: Kai Meyers Signierstunde. Ich hatte den Veranstaltungsort, ich hatte die Veranstaltungszeit und so schwer würde das schon nicht zu finden sein!
"Muhahaha!", sprach der Teichteufel da nur...
Aber früh morgens um 5.13 Uhr - keine zehn Walrösser hätten mich für irgendetwas nicht-Buchmesse-iges um diese Zeit an den Bahnhof bekommen! - war ich noch frisch, naiv und dermaßen auf Kaffee und Schokolade, dass schlichtweg alles einfach, toll und möglich schien! Wenn schon sämtliche Nahverkehrs-Verbindungen pünktlich waren (ich konnte es selbst kaum glauben), was sollte denn dann noch schief gehen?
In diesem Sinne:
Das ein oder andere Foto aus Zeitschriften, Artikeln oder Blogger-Posts kannte ich ja schon. Aber so richtig vorbereitet hat mich keines davon darauf, wie überdimensional diese Veranstaltung denn tatsächlich ist. Für ein kleines Dorfamphib, das schon im Angesicht einer Buchhandlung mit englischer Ecke einen Freuden-Salto rückwärts macht, trafen es die "Neuen Welten" des Piper-Plakats wirklich auf den Punkt. Ich meine, wow! Es war alles unglaublich rießig, unglaublich geschäftig und sowohl mit Büchern, als auch später mit Menschen unglaublich (über-)voll.

Um in Ruhe stöbern zu können, hätte es mir vermutlich an einem
hünenhaften Bodyguard
oder mindestens 30cm Körpergröße, zwei zusätzlichen Ellenbogen und etwas Durchschlagskraft gefehlt, aber das hatte ich auch gar nicht zum Ziel. Die Neuerscheinungen kannte ich BT & Blogs sei Dank größtenteils schon und meine Begleitung hat es schön gesagt: "Stöbern kann ich im Buchladen billiger und besser." Aber Wände und Türme voller Bücher *-* Das war eben doch nochmal eine ganz andere Klasse, als die Verkaufstisch-Stapel im Buchladen

. Die Hallen-Atmosphäre hat zwar irgendwann jeglichen Sauerstoffgehalt vermissen lassen, aber alles andere hätte auch nicht für das richtige Jahrmarkt-nur-toller-Feeling gesorgt. Aber, Moment! War da nicht noch was?!
"Müssen wir nicht langsam looo~ooos?!!!"
"Nein, wir haben noch Zeit."
"Aber wir wissen doch gar nicht, wo das Signierzelt ist!"
"Wir sind in Halle 3. Es ist neben Halle 3. Das finden wir schon rechtzeitig!"
"Ja schon, aber können wir nicht langsam looo~ooos?!"

Nein, ich kannte kein Erbarmen. Aber es ging schließlich nicht um so unerhebliche Personen, wie Obama oder den Dalai Lama, sondern um Kai Meyer! Und ich hatte ja
wirklich keine Ahnung, wo sich das ominöse Signierzelt befinden sollte. Im Nachhinein natürlich lachhaft, weil man nur die Tür von Halle 3 öffnen muss, um es erspähen zu können. Aber wer schon mal mit meinem Orientierungssinn und mir unterwegs war, der hätte meine Panik geteilt. Nur gut, dass es Herrn Knirps-Schirm gab und schneller, als ich es mir je hätte erträumen lassen
(aber langsamer, als es seine Nerven je hätten befürchten können), standen wir in einer Schlange voller "Asche und Phönix"-Träger.
Jippiiiieeeeh!!!

Da! Guckst du?! Guckst du?! Live und in Farbe!! Wen er da gerade leicht irritiert anschaut? Mich mit meinen Signiersonderwünschen ("Versenkt für xy", spontaner Einfall bei der Fitzek-Lesung, der immer wieder für allgemeine Erheitung sorgt) , die ich in der Aufregung wohl entweder in etwas zu breitem Schwäbisch vorgetragen habe, oder die ihm schlicht schwäbisch vorkamen *pfeif* Aber da war es: M-E-I-N Autogramm vom Meister persönlich! Löwenmütter beschützen ihre Jungen- ich beschützte mein signiertes Exemplar von "Asche und Phönix". Und einmal Blut geleckt...

Liebe Autoren: Big Frog is watching you... Ursprünglich hatte ich mir die Signierstunden meiner Sonntags-Lieblinge ja nur aus Jux alle herausgeschrieben, aber was soll ich sagen? So ein Autogramm, das war doch etwas Feines und so eine Gelegenheit kam schließlich in frühestens 364 Tagen wieder! Also quer durch Halle 3.1, hoch zu 3.2 und wieder zurück. Raus und rein, rein
und raus und wen interessierte schon klirrende Kälte, wer kannte Schmerz? Es gab
mich, es gab die Aussicht auf signierte Bücher und alles andere war nebensächlich! Menschen mit Trollis, Kinderwägen oder - noch schlimmer - frei herum wandernde Zwerge? Wo ein Ziel war, da wurde ein Weg geschaffen! Geplant war also ein Autogramm von Kai Meyer und erlegt geworden sind es dann diese hier: Cecelia Ahern (unheimlich niedlich), Trudi Canavan (unheimlich nett, jeder hat ein Foto bekommen), Markus Heitz (unheimlich sympathisch, hat sogar die Tüten selbst verteilt), Ursula Poznanski ("Macht bitte schneller, ich muss meinen Flugzeug kriegen." nachdem sie und ewig in der Kälte hat warten lassen...) und Kai Meyer (unheimlich OMG).
Ob im mehr als beengten Fischergang der Atemnot nahe oder ob im Gänsemarsch hinter Frau Canavan her; ob im Warteschlangen-Gespräch mit netten Cosplayern oder im "Können Sie mir bitte das untere geben, ich möchte keinen Knick im Cover"-Clinch mit der "Erebos"-Verkäuferin: Ich hätte nie gedacht, dass es mir so viel Spaß machen würde, auf Unterschriften-Jagd zu gehen. Auch meine Begleitung hat später steif, fest und ungeachtet aller meiner Zweifel behauptet, sein anfängliches "Klaro, dazu sind wir doch hier" nicht bereut zu haben und hach, es war einfach schön!

Natürlich gab es auch sonst noch unheimlich viel zu sehen und zu fotografieren. Aber ich gebe es zu: Ich war so im FBM-Rausch, dass die Kamera meistens im Rucksack schlummern durfte. Im Nachhinein ein bisschen schade, aber dafür konnte ich die Messe in vollen Zügen genießen. Hat sich jemand mein bisheriges Jahreshighlight "Golem und Dschinn" gekauft? Helene Wecker war leider nicht anzutreffen, aber die Wand voller Exemplare war so chic!

Die für mich noch besonders interessanten Hallen (englischsprachige Literatur und Japan-Ecke) hatten wir uns dann noch für den Schluss aufgehoben. Großer Fehler. Denn in beiden Bereichen hatten am frühen Nachmittag schon fast alle Verlage geschlossen und von einem Verkaufsparadies abgesehen (50%, yay!!) war da nicht mehr viel zu holen. Echt schade, wenn ich mir da andere Goldschatz-Posts so ansehe! Aber für den SuB und die Verlagsmitarbeiter war es vielleicht gar nicht so schlecht, dass ich nicht an jedem Stand den "Review copy, please?!"-Frosch geben konnte.
Für das nächste Jahr weiß ich jetzt immerhin, wohin mich die Froschschenkel als erstes führen werden.
<--- So dürft ihr euch im Übrigen ungeachtet der verpassten Chancen ("All our Yesterdays" zum Mitnehmen, wenn es nur schon erschienen gewesen wäre!!) meinen Gesichtsausdruck zum Ende hin vorstellen. Denn es gab ja Teichgott sei Dank nicht nur die bereits nahezu leer gefegten (Memo: Nie zur besten Tea&Cookies-Zeit einkaufen wollen!) Hallen, sondern auch verkaufstüchtige Helfer bei den Signierstunden und natürlich musste ich die Buchangel ein, zwei und drei Mal auswerfen.
Ich muss aber gestehen: Um 16 Uhr haben wir aufgegeben. Der Körper verlangte nach Nahrung, der Körper verlangte nach Koffeein und meine Schuhsohlen waren gefühlt nicht mehr vorhanden. Also auf zum Bahnhof und den wundervollen Tag bei Kaffee und einer Asia-Nudel-Box ausklingen lassen. Yammy!
Ohne großes abschließendes Bimborium: Es war großartig.